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GEDCOM-Datei öffnen und importieren (MyHeritage, Ancestry)

· 5 Min. Lesezeit

Du hast eine Datei mit der Endung .ged bekommen – vom Onkel, der seit Jahren Ahnenforschung betreibt, oder als Export aus MyHeritage oder Ancestry – und weißt nicht, was du damit anfangen sollst? Dann bist du hier richtig.

GEDCOM ist das Austauschformat der Genealogie. In diesem Artikel erklären wir, was in so einer Datei steckt, wie du sie öffnest, wie du deinen Stammbaum aus den großen Plattformen exportierst und worauf du beim Import achten solltest.

Was ist eine GEDCOM-Datei?

GEDCOM steht für „Genealogical Data Communication“. Das Format wurde von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FamilySearch) entwickelt und ist seit Jahrzehnten der gemeinsame Nenner fast aller Stammbaum-Programme. Am weitesten verbreitet ist die Version 5.5.1; die neuere Version 7.0 setzt sich erst langsam durch.

Eine GEDCOM-Datei ist eine reine Textdatei. Sie enthält Personen (Namen, Lebensdaten, Orte, Notizen) und Familien (wer mit wem verheiratet ist und welche Kinder dazugehören). Fotos sind darin in der Regel nicht enthalten – höchstens Verweise auf Bilddateien, die separat liegen.

So sieht eine GEDCOM-Datei von innen aus

Jede Zeile beginnt mit einer Ebenennummer und einem Kürzel, zum Beispiel „0 @I1@ INDI“ für eine neue Person, „1 NAME Anna /Müller/“ für ihren Namen (der Nachname steht zwischen Schrägstrichen) und „1 BIRT“ mit „2 DATE 12 MAR 1931“ für ihre Geburt. Familien stehen in „FAM“-Einträgen mit Verweisen auf Ehepartner (HUSB, WIFE) und Kinder (CHIL).

GEDCOM-Datei öffnen: drei Möglichkeiten

  1. Mit einem Texteditor: Jeder Editor (TextEdit, Notepad, VS Code) zeigt den Inhalt. Gut, um schnell nachzusehen, wer drinsteht – für einen Überblick über die Familie aber unpraktisch.
  2. Mit einem Stammbaum-Programm: Desktop-Programme wie das kostenlose Open-Source-Programm Gramps lesen GEDCOM und zeigen den Baum an.
  3. Mit einer Online-Stammbaum-App: Die Datei hochladen, und der Baum erscheint im Browser – ohne Installation. So kann auch die restliche Familie den Stammbaum ansehen, statt dass er auf einem einzelnen Rechner liegt.

Doppelklick öffnet nichts Sinnvolles?

Das ist normal. Ohne ein Stammbaum-Programm weiß dein Computer nicht, was er mit .ged anfangen soll. Rechtsklick → „Öffnen mit“ → Texteditor zeigt zumindest den Inhalt.

Stammbaum aus MyHeritage exportieren

MyHeritage bietet den GEDCOM-Export in der Stammbaum-Verwaltung an. Der Ablauf sieht in der Regel so aus (Menünamen können sich mit der Zeit ändern):

  1. Bei MyHeritage anmelden und den Bereich „Stammbaum“ öffnen.
  2. Die Stammbaum-Verwaltung („Stammbäume verwalten“) aufrufen.
  3. Beim gewünschten Baum die Exportfunktion für GEDCOM wählen.
  4. Die Datei wird erstellt; den Download-Link bekommst du je nach Größe direkt oder per E-Mail.

Stammbaum aus Ancestry exportieren

Auch bei Ancestry kannst du eigene Stammbäume als GEDCOM herunterladen:

  1. Bei Ancestry anmelden und den Stammbaum öffnen.
  2. Im Stammbaum-Menü die Einstellungen („Stammbaum-Einstellungen“) aufrufen.
  3. Die Option zum Exportieren des Stammbaums wählen.
  4. Warten, bis die Datei erstellt ist, und sie herunterladen.

Bei beiden Plattformen gilt: Exportiert werden die Stammbaumdaten. Fotos, angehängte Dokumente und Hinweise aus Datenbanken der Plattform sind meist nicht oder nur teilweise enthalten. Sichere wichtige Fotos deshalb separat.

GEDCOM in den Familienstammbaum importieren

Im Familienstammbaum kannst du eine GEDCOM-Datei in den Einstellungen unter „Export“ importieren – das dürfen Besitzer:innen und Admins der Familie. Das geht so:

  1. Datei wählen (höchstens 5 MB und 2.000 Personen).
  2. Vorschau prüfen: Wie viele Personen, Familien und Beziehungen wurden erkannt? Gibt es Hinweise auf Probleme?
  3. Modus wählen: zu einer bestehenden Familie hinzufügen (Personen mit gleichem Namen und Geburtsdatum werden übersprungen) oder nur in eine leere Familie importieren.
  4. Importieren – danach siehst du den Baum sofort und kannst Verwandte einladen.

Übernommen werden Namen (inklusive Geburts- und Spitznamen), Geschlecht, Geburt und Tod mit Datum und Ort, Beruf, Notizen sowie die Eltern-Kind- und Partner-Beziehungen. Fotos und Quellen werden nicht übernommen. Bei ungenauen Datumsangaben wie „um 1890“ werden fehlender Tag und Monat auf den 1. gesetzt, das Original bleibt aber in der Notiz der Person erhalten – so geht nichts still verloren.

Wie viele Personen kann ich importieren?

Gratis sind bis zu 10 Personen möglich, im Tarif Familie bis 100, im Tarif Großfamilie unbegrenzt viele. Ist die Datei größer als dein Tarif, zeigt die Vorschau das vorher an – es wird dann nichts verändert.

Und natürlich geht es auch umgekehrt: Du kannst deinen Stammbaum jederzeit als GEDCOM oder JSON exportieren. Deine Daten gehören dir.

Typische Probleme beim Import

  • Kaputte Umlaute (ü statt ü): Ältere Programme speichern in den Zeichensätzen ANSEL oder Windows-1252. Gute Importfunktionen erkennen das; prüf trotzdem Namen mit Umlauten und Akzenten.
  • Doppelte Personen: Wer zwei Dateien nacheinander importiert, bekommt leicht Dubletten. Importiere möglichst eine vollständige Datei oder nutze einen Modus, der Doppelte erkennt.
  • Ungewöhnliche Datumsangaben: „ABT 1890“, „BEF 1900“ oder „BET 1850 AND 1860“ sind gültiges GEDCOM, aber nicht jedes Programm kann sie darstellen.
  • Fehlende Fotos: Bilder sind fast nie Teil der Datei. Plane ein, sie separat hochzuladen.
  • Widersprüchliche Verknüpfungen: Manchmal ist jemand versehentlich sein eigener Vorfahr. Solche Zyklen sollten beim Import erkannt und gemeldet werden.

Noch ganz am Anfang und keine Datei? Dann lies zuerst unsere Anleitung Stammbaum erstellen. Und wer den importierten Baum auf Papier haben möchte: So druckst du deinen Stammbaum.

Häufige Fragen

Mit welchem Programm öffne ich eine .ged-Datei?
Mit jedem Stammbaum-Programm, das GEDCOM unterstützt – etwa Gramps oder einer Online-Stammbaum-App. Zum reinen Hineinschauen reicht auch ein Texteditor.
Sind Fotos in einer GEDCOM-Datei enthalten?
In der Regel nicht. Eine GEDCOM-Datei enthält Text: Personen, Daten, Orte, Beziehungen und Notizen. Fotos müssen separat gesichert und hochgeladen werden.
Kann ich meinen Stammbaum von MyHeritage oder Ancestry mitnehmen?
Ja. Beide Plattformen bieten einen GEDCOM-Export an. Die Datei kannst du in ein anderes Programm oder in den Familienstammbaum importieren.
Was passiert mit ungenauen Datumsangaben beim Import?
Im Familienstammbaum werden fehlende Tages- oder Monatsangaben auf den 1. gesetzt (aus „um 1890“ wird 01.01.1890), die Originalangabe bleibt in der Notiz der Person erhalten.